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TÜRVERKÄUFER UND ÜBERWACHUNG

Bericht: Drei Monate London

Von voyage reporter Lily Meyer

Die London WG

Jetzt bin ich seit über drei Monaten in London und in einer Woche geht es schon wieder zurück nach Berlin. Die Zeit ist schneller vergangen als ich dachte, besonders die letzten paar Wochen. Ich finde, es ist an der Zeit ein Resümée zu ziehen und all die spannenden, interessanten und manchmal nicht so aufregenden Ereignisse der letzten Monate Revue passieren zu lassen. Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll.

Dinner Parties und Kamikaze-Busfahrer

Ich habe viel Zeit mit meinen Mitbewohnern, besonders Jo, verbracht, und so ist mein Aufenthalt stark von den inzwischen fünf netten Menschen geprägt, mit denen ich mir das Haus geteilt habe. Da war zum Beispiel die Dinner-Party in der schicken Wohnung irgendwo in der Nähe von Liverpool Street, zu der ich das erste Mal in England in einem Auto fuhr. Inzwischen habe ich mich schon daran gewöhnt, dass die Briten auf der falschen Seite fahren. Das man deshalb auch bei rot fahren darf, finde ich aber immer noch beängstigend, besonders wenn ich im Bus sitze... Als Fußgänger bin ich da waghalsiger und gehe, wie jeder in London, wann immer gerade genug Abstand zwischen zwei fahrenden Autos ist.

Türenverkäufer und Teppichreiniger

Zurück zu meinen Mitbewohnern. Auch bei denen hat sich manches getan in den letzten Monaten – Jo beendet dieses Wochenende ihre Dissertation, Satomi tanzt über sämtliche Bühnen Londons, Dave hat einen Assistenten, der ihm Büroarbeit abnehmen soll (neulich hat sein Assistent aber unseren Teppich gereinigt...), Becky, die "Neue" im Bunde hat einen neuen Job im Marketingbereich und Chris, der Türenverkäufer, ist auf der Suche nach einem Zweitjob, weil ihn die andere Arbeit nicht besonders ausfüllt (ich weiß ja auch nicht...). Mich hat er schon gefragt, ob er nicht meinen Job im Pub übernehmen kann, wo ich doch jetzt weggehe. Ich habe ihm erklärt, dass mir leider die Autorität fehlt, um über Personalangelegenheiten zu entscheiden. Ich glaube, das hat Chris auch eingesehen und jetzt sucht er fleißig im Internet nach Jobs, meistens so ab 23.00 Uhr am Computer im Wohnzimmer, in dem ich seit zwei Wochen schlafe...Ich hoffe er findet bald etwas.

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