Jugendliche an der Planung beteiligen

Jugendarbeiter des Cliftonville Community Regeneration Forum (CCRF) und der Stiftung Sozialpädagogisches Institut (Stiftung SPI) Jugend-Team Beeskow trafen sich zum ersten Mal während eines Partnerschaftsseminars in Potsdam. Beide Jugendgruppen stellten schnell fest, dass sie viel gemeinsam haben! Die Weichen für einen bilateralen Austausch waren gestellt. Als nächstes wurden Ideen skizziert und ein Planungsbesuch organisiert, unterstützt von UK-German Connection's Partnership Visit Fund.

Jugendberufsförderung

Die zwei Jugendprogramme, CCRF in Belfast und Stiftung SPI in Brandenburg, arbeiten mit benachteiligten Jugendlichen, um deren Berufschancen zu erhöhen. Da viele der Jugendlichen beider Länder noch nie im Ausland waren, erwies sich der Austausch als eine ideale Gelegenheit, Horizonte zu erweitern und kulturelle Barrieren zu überwinden. Aufgrund der ähnlichen Ansätze, die die Jugendarbeit in Belfast und Brandenburg begleitet, konnten die beiden Gruppen leicht Projektideen entwickeln und gemeinsam ihre Wünsche und Erwartungen an den Austausch formulieren.

Zusammen eine Partnerschaft etablieren

Für die neue Partnerschaft war es wichtig, dass die Jugendarbeiter/-innen den Austausch zusammen und durch persönliche Gespräche organisieren konnten. Aus diesem Grund reisten zwei Jugendarbeiter/-innen aus Brandenburg nach Belfast, um dort ihre Partnerorganisation kennenzulernen und gemeinsam Ziele abzustecken. Die Fahrt beinhaltete Gespräche mit den Jugendlichen, Besuche von Jugendprojekten in Belfast und Diskussionen über potentielle gemeinsame Projekte.

Jugendliche im Mittelpunkt der Planung

Von Anfang an war es beiden Seiten wichtig, die Jugendlichen in den Planungsprozess mit einzubeziehen. Da vor allem sie vom Austausch profitieren sollten, war es nötig, die Projekte auf die Bedürfnisse der nordirischen und deutschen Jugendlichen abzustimmen, um so ihr Selbstbewusstsein und auch ihre Kommunikationsfähigkeit zu stärken. Während ihres Aufenthaltes hospitierten die deutschen Jugendarbeiter/-innen in Jugendprojekten und kamen mit den nordirischen Jugendlichen ins Gespräch. So konnten sie herausfinden, wofür sich die Jugendlichen interessieren und welche Ideen für bilaterale Projekte ihnen vorschweben.

Von der Idee zum fertigen Austauschplan

Auf der Grundlage der Diskussionen und Erfahrungen in Belfast konnte nun ein detaillierter Austauschplan erstellt und auch zwei Zielgruppen bestimmt werden: junge Mütter und Teenager.

Die Partner hatten sich auch für das Thema des Austausches entschieden: ‘Grenzerfahrungen’. Das Thema lag aufgrund der Geschichte und geografischen Lage beider Gruppen nahe und eignete sich dazu, persönliche Erfahrungen in dem jeweiligen gesellschaftlichen Kontext zu betrachten. Der erste Besuch nach Berlin wird vor dem Hintergrund der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen verschiedenen sozialen und wirtschaftlichen Staatssystemen stattfinden. Danach folgt ein Besuch bei CCRF in Belfast, bei dem innerstädtische kulturelle und soziale Grenzen sowie die Thematik Religionszugehörigkeit in Nordirland im Mittelpunkt stehen werden. Die Gruppe wird zusammen die Peace Walls und auch Dublin besuchen, um eine weitere politische Perspektive (in Bezug auf offene Grenzen innerhalb Irlands/Brexit) mit einzubeziehen und auch das Konzept der europäischen Identität näher zu betrachten. Während des Austausches wird die Beziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und Deutschland zur Sprache kommen. Es stehen Diskussionsrunden auf dem Plan, in denen es um die Auswirkungen der Ausgrenzung anderer und die Wichtigkeit, innere Grenzen zu überwinden, gehen soll.

Bereit für den Austausch

Der sehr erfolgreiche Planungsbesuch der Jugendarbeiter/-innen war ein wichtiger Grundstein für die Partnerschaft zwischen den beiden Jugendgruppen, auf den nun konkrete Pläne für den Austausch aufbauen können. Die deutschen Jugendarbeiter/-innen konnten ihre nordirischen Partner und die Stadt Belfast kennenlernen und Einblicke in die Arbeit ihrer Partnerorganisation und das Leben von Jugendlichen bekommen. Mit ihren mitgebrachten Erfahrungen konnten die Jugendarbeiter/-innen beider Länder in ihren Jugendgruppen große Begeisterung für den bevorstehenden bilateralen Austausch erzeugen.

Top-Tipps für einen erfolgreichen Planungsbesuch von zwei Jugendarbeiter/-innen der Stiftung SPI:

• Zeit für persönliche Gespräche in formeller aber auch informeller Umgebung einplanen
• Lebenswelt der Teilnehmenden und der Partner kennenlernen und erfahren
• Observation und eigene Interaktionen mit den Teilnehmenden einplanen
• Partizipation der jungen Menschen an der Planung von zukünftigen Austauschen ermöglichen