Jugendseminar ‚Peacing it Together 2‘

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Anläßlich der Maueröffnung vor 30 Jahren und des 21-jährigen Jubiläums des Karfreitagsabkommens kamen Jugendliche aus Deutschland und Nordirland in Leipzig zusammen. Gemeinsam diskutierten sie darüber, was es bedeutet, in ehemals gespaltenen Gesellschaften bzw. in Grenz- und Konfliktregionen aufzuwachsen und welche Rolle interkulturelle Jugendbeziehungen für den fortwährenden Frieden spielen.

Erfahrungen austauschen

Die Jugendlichen trafen sich in Leipzig zum allerersten Mal. Die Gruppe aus Nordirland hatte zwar den längsten Anfahrtsweg, aber auch viele deutsche Jugendliche kamen von weiter her. Als Vorbereitung auf das Seminar sollten die Jugendlichen einen Gegenstand, ein Foto oder Text mitbringen, welcher/s ihrer Meinung nach eine geteilte Gesellschaft symbolisiert. Am ersten Seminartag stellten die Teilnehmer/-innen dann ihre mitgebrachten Familienfotos, Briefe, sogar eine Uhr und einen Reisepass, der Gruppe vor. Zusammen diskutierten sie über die tiefere Bedeutung, die ganz alltägliche Gegenstände erhalten, wenn sie im geschichtlichen Kontext ihrer jeweiligen Gesellschaften betrachtet werden.

By bringing in our significant objects we shared stories of a divided society and discovered similarities in our seemingly different backgrounds. (Freya, Northern Irish participant)

In die Geschichte eintauchen

Die Gruppe verbrachte das Wochenende mit themenbezogenen Workshops, Exkursionen und Diskussionsrunden. Sie erfuhren mehr über den Fall der Mauer und the Troubles in Nordirland, verglichen die Ereignisse in beiden Ländern und deren Auswirkungen auf die heutige Zeit. Ein Workshop beinhaltete auch ein Rollenspiel! Den Gruppen wurden verschiedene Rollen zugeteilt. Sie sollten dann entscheiden, ob eine Ausreise aus der DDR in die BRD für sie in Frage käme. Sich auf diese Weise in andere Personen hineinzuversetzen gab den Jugendlichen eine neue Sicht auf diese Zeit des Umbruchs.

Das Seminar war rundum ein volles Erlebnis. Vor allem Spaß gemacht haben mir die Aktivitäten in unserem Seminarraum, bei denen wir die Möglichkeit hatten, uns miteinander zu unterhalten (Beispielsweise verschiedene Gesprächsrunden zu den Themen, oder die „Überquerung des ‚No Man’s Land. (Julia, German participant)

Leipzig und Berlin entdecken: Vergangenheit und Gegenwart

Neben thematischen Diskussionsrunden standen für die Jugendlichen auch Exkursionen auf dem Programm:

  • ein Stadtrundgang durch Leipzig „Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“
  • ein Besuch des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, in dem die Geschichte der DDR und die zur Wiedervereinigung Deutschlands führenden Ereignisse veranschaulicht werden
  • eine Führung durch die Berliner Innenstadt vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zwischen Potsdamer Platz und Alexanderplatz

Besonders gut hat mir der Besuch des Leipziger Zeitgeschichtlichen Forums gefallen, da es dort viele Dinge gab, die aus der DDR stammten, was einem ein besseres Gefühl für die Zeit gab.“ (Lotte, German participant)

Präsentieren der Ergebnisse

Das Wochenende endete mit Präsentationen der Gruppen, die sich mit den Themen Frieden und gemeinsame Zukunft auseinandergesetzt hatten. Dabei entsprangen lebhafte Diskussionen, die auch weitreichendere Themen beinhalteten, wie Weltpolitik, das Wahlalter und integrated eduction, womit in Nordirland Bildungseinrichtungen gemeint sind, die Schüler/-innen römisch-katholischen und protestantischen Glaubens gemeinsam unterrichten.

Abschließend, trugen die Teilnehmer/-innen ihre Gedanken und Zukunftswünsche an einer Wand der Hoffnung zusammen.

I learned a great deal regarding the nature of divisions in society, the way in which they affect the livelihoods of communities and how this has progressed over time.  I enjoyed the range of viewpoints and sophisticated discussions which broadened my view of how others interpret the conflict and how best to move forward. (Sean, Northern Irish participant)

Was passierte als nächstes?

Nach dem Jugendseminar gaben viele der Jugendlichen ihre Erlebnisse und Erkenntnisse an ihre Schulen, Familien, Nachbarn und Freunde weiter. Einige schrieben auch Artikel für Schülerzeitungen. Über das Wochenende entstanden viele internationale Freundschaften und es besteht auch weiterhin Kontakt unter den Jugendlichen.